krankhafte adipositas

Operative Behandlungsmöglichkeiten bei krankhafter Adipositas – das steuerbare Magenband

In Ländern mit westlicher Lebenskultur steigt die Zahl übergewichtiger und adipöser Menschen rapide. Konservative Behandlungen sind bei Adipositas weitgehend ineffektiv, um einen bleibenden und deutlichen Gewichtsverlust zu erzielen. Die Chirurgie ist daher die einzige effektive Läösung für diese Patienten.

Unter Adipositas versteht man eine übermäßige Vermehrung des Körperfettes auf über das Doppelte der Norm. Übergewicht und Adipositas gehören weltweit zu dem am schnellsten wachsenden Gesundheitsrisiko. Moderne Lebensgewohnheiten wie Bewegungsmangel aber auch falsche Ernährung (z.B. Fast Food) und Überernährung spielen eine zentrale Rolle. Aber Adipositas entsteht nicht einfach nur durch zuviel Essen. Es handelt sich viel mehr um eine komplexe Störung mit Beeinträchtigung von Appetitregulation und Energiestoffwechsel. Hierbei spielen auch genetische Faktoren eine Rolle.

Der Krankheitswert beruht auf dem Risikofür Folgeerkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck oder auch Erkrankungen des muskuloskelettären Systems (Z.B. Arthrose) und bösartige Erkrankungen. Auch das Schlafapnoesyndrom gehört zu den häufigen gesundheitlichen Folgen. Adipositas im Erwachsenenalter verringert die Lebenserwartung um etwa sieben Jahre.

Die Klassifikation der Adipositas erfolgt mit dem Körpermassenindex(sog. BMI=Gewicht/Körpergröße x Körpergröße).
Als übergewichtig gilt hiernach ein Wert größer 25,0. Adipositas beginnt mit einem BMI über 30. Von morbider Adipositas wird gesprochen, wenn bereits Folgeschäden eingetreten sind, der BMI ist per definitionem größer 40.

Nach statistischen Erhebungen waren 2003 in unserem Land 51,4% der Bevölkerung übergewichtig und 9 Millionen bereits adipös (BMI größer 30).

Die Adipositas ist inzwischen so weit verbreitet, dass die Weltgesundheitsorganisation sie als globale Epidemie einstuft. Über 300 Millionen Menschen auf der Welt sind adipös, in Europa sind dies mindestens 135 Millionen Menschen.

Die Adipositas ist eine chronische Krankheit. Es gibt keine kausale Therapie.
Als ultima ratio stehen operative Maßnahmen im Rahmen des Gesamtkonzeptes.
Neben den operativen Magenverkleinerungsverfahren kommt dem steuerbaren Magenband (sog. Gastric Banding) die größte Bedeutung zu.

Beim Gastric Banding handelt es sich um eine Silikonmanschette, die in minimal invasiver Operationstechnik ("Schlüssellochmethode") eingebracht wird. Hierdurch wird eine Art Vormagen gebildet, dessen Größe durch Blockung des Bandes variiert werden kann. So wird ein rascheres Sättigungsgefühl erreicht. Es handelt sich quasi um eine Essbremse (sog. Restriktives Verfahren); unterstützt wird die Behandlung durch individuelle Betreuung des Patienten ( Selbsthilfegruppen, Weight watchers etc.).

Das Verfahren kommt seit 2006 im Marienhospital Darmstadt zur Anwendung. Die Operationsrisiken sind gering. Im Einzelfall kann das Band später wieder entfernt werden. Der Eingriff dauert durchschnittlich ca. 60 Min. Der Patient kann nach 3-4 Tagen die Klinik wieder verlassen. Der Verlust an Übergewicht beträgt üblicherweise 40-60%; der Erfolg ist jedoch auch von der Patientenmotivation abhängig.

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