Die Leber scheidet über das Gallensystem Sekrete in den Darm ab, welche als Gallenflüssigkeit bezeichnet werden. Diese Gallenflüssigkeit besteht im wesentlichen aus Cholesterin, Lecithin, Bilirubin und Wasser. Verändert sich das Mischungsverhältnis (Ernährung, Veranlagung)oder ist die Funktion von Gallenblase oder Schließmuskel am Zwölffingerdarm gestört, so kann es zur Steinbildung kommen. Etwa 10% der Bevölkerung hat Gallensteine. Verklemmt sich ein Stein am Ausgang des Hauptgallenganges, so kommt es zum Aufstau der Gallenflüssigkeit, der Patient entwickelt eine sog. Gelbsucht (Ikterus).
Prinzipiell gilt, dass die Operation beim Auftreten von Symptomen empfohlen ist. Hierzu zählen die Kolik, also der krampfartige Oberbauchschmerz, und die Gelbsucht, aber auch der leichtere Oberbauchschmerz insbesondere in Verbindung mit der Unverträglichkeit zum Beispiel fetter Speisen sind Zeichen einer kranken Gallenblase. Vielfach kommt es zu akuter oder chronischer Entzündung der Gallenblase, in seltenen Fällen auch zur bösartigen Entartung (Krebs).
Prinzipiell wird heute die Gallenblase mit den darin enthaltenen Steinen in minimal invasiver Operationstechnik entfernt. Man Spricht vom Goldstandart der Therapie des Gallensteinleidens. Nur in seltensten Fällen ist der klassische Bauchschnitt erforderlich (schwere Entzündung, Krebs).
Die Operation wird in Vollnarkose durchgeführt. Nach sicherem Einbringen des ersten Operationsröhrchens (Trokar) über einen kleinen Schnitt unterhalb des Nabels wird der Bauchraum mit Kohlendioxidgas befüllt, um so die Bauchdecke für den Eingriff von den inneren Organen anzuheben. Nach Einbringen der Digitalen Videooptik werden unter Sicht 2-3 weitere Operationshülsen im rechten Oberbauchengebracht. Bei mikroinvasiver Technik sind hierfür nur 2-3mm große Schnitte erforderlich. Der Gallenblasengang und das zugehörige Gefäß werden zwischen kleinen Clips aus auflösbarem Material oder Titan durchtrennt. Anschließend wird die Gallenblase aus ihrem Bett unter der Leber mit dem Ultraschallskalpell herausgelöst und mit einem speziellen Bergesystem über den Nabelschnitt entfernt. Gelegentlich wird eine kleine Kunststoffdrainage für 24 Stunden eingelegt.
Der Patient darf nach Abklingen der Narkosewirkung aufstehen. Er darf am Abend des Operationstages wieder Essen und Trinken. Nach 3-4 Tagen ist die Entlassung üblich. Auf Wunsch kann die Operation im geeigneten Fall auch ambulant durchgeführt werden.
Im Vergleich zu der klassischen Operationstechnik führen die kleineren Wunden zu weniger Schmerz und kleineren Narben. Die Darmtätigkeit kommt rasch wieder in Gang. Die körperliche Belastbarkeit ist rasch wiederhergestellt, Sport und berufliche Tätigkeit bald möglich.
Normalerweise merkt der Patient das Fehlen dieses Organs nicht, da die Galleflüssigkeit ja weiterhin als Verdauungssaft in den Zwölffingerdarm abgegeben wird. In seltenen Fällen können aber Verdauungsprobleme und Speiseunverträglichkeiten entstehen.
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